Psychisch wirksame Arbeitsbelastung

Mittwoch, 2. März 2011 - 19:45 | Kommentare deaktiviert

(“festgepinnter” Artikel, aktualisiert: 2016-06-15)

Dies ist ein Blog zum Thema psychisch wirksame Belastungen am Arbeitsplatz.

Weitere Schwerpunkte sind Corporate Social Responsibility (CSR) und der Gebrauch und der Mißbrauch der Zertifizierung von Arbeitsschutzmanagementsystemen.

Es gibt derzeit über 700 gezielte Zugriffe auf das Blog pro Woche. (Da sind meine eigenen Zugriffe und Zugriffe von Bots nicht mit dabei.) Davon sind etwa die Hälfte Zugriffe auf das Root Directory blog.psybel.de, so dass etwa 350 auf Themen fokussierte Zugriffe pro Woche bleiben.


 

Der Arbeitsschutz fragt nicht nach “auffälligen” Mitarbeitern,
sondern er fragt nach auffälligen Arbeitsplätzen.

Auffällige Arbeitsplätze sind solche, an denen für Mitarbeiter schädliche Vorfälle auftreten oder auftreten können. Diese Vorfälle sind nach OHSAS 18001:2007 z.B. solche, an denen arbeitsbezogene Ereignisse auftraten oder auftreten können, die eine Verletzung oder Erkrankung (ohne Berücksichtigung der Schwere) oder einen tödlichen Unfall zur Folge hatten oder hätten zur Folge haben können. Erkrankungen sind erkennbare, nachteilige physische oder mentale Zustände, die durch eine Arbeitstätigkeit und/oder durch eine Arbeitssituation entstanden sind und/oder verschlechtert wurden. Entgegen ihrer Selbstverpflichtung erfassen viele nach OHSAS 18001 zertifizierte Unternehmen nur meldepflichtige Unfälle, andere relevante Vorfälle werden ignoriert. Ohne die Erfassung und Untersuchung solcher Ereignisse (“Vorfälle” nach Definition 3.9 in OHSAS 18001:2007) bleibt die Prävention jedoch mangelhaft.

Das Thema der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz wird häufig als ein erst in den letzten Jahren akut gewordenes Thema dargestellt (auch im Vertrag zwischen den Unionsparteien und der SPD zur derzeitigen Koalition), bei dem wichtige Dinge noch erforscht werden müssten, aber Forderungen nach dem Einbezug psychischer Belastungen in den Arbeitsschutz sind doch überhaupt nicht neu:
Das Problem ist seit etwa 2004 bei den Arbeitgebern (wieder) gut bekannt, theoretisch schon seit 1996. Aber erst jetzt beginnen genügend viele Betriebsräte, durchzublicken. Sie sind zwar der Haupttreiber des Themas in den Betrieben, aber im Jahr 2013 gab auch die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) eine lesenswerte Handlungshilfe heraus: »Die Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz - Besonderer Schwerpunkt: Psychische Belastung - Ein Praxisleitfaden für Arbeitgeber«. Betriebsräte sollten diese Veröffentlichung wenigstens kennen. Leider sind die Gewerbeaufsichten bei diesem Thema immer immer noch unterausgestattet und überfordert (siehe Bundestagsdrucksache 17/10229 vor etwa zwei Jahren). Oft werden sie auch politisch ausgebremst. Dabei forderte schon der fränkische Abgeordnete Müller »die Einstellung einer größeren Anzahl speziell ausgebildeter Gewerbeärzte..., die die Schädigung durch physische und psychische Ermüdungserscheinungen besonders zu beobachten hätten.« (Müller und Genossen, Reichstag Berlin, 10. März 1927.)

Der in der ISO 10075 definierte Begriff “psychische Belastungen” (mental workload) ist in letzter Zeit häufiger zu lesen. Erstaunlich ist,

Der Großteil der Unternehmen missachtet also die Regeln des ganzheitlichen Arbeitsschutzes, und trotzdem wird so gut wie überhaupt nicht thematisiert, dass der tägliche Rechtsbruch in diesem Bereich ein wichtiger Grund für die bis heute beobachtete Zunahme psychischer Fehlbelastungen am Arbeitsplatz sein sein könnte. Was passiert mit den Menschen (und mit dem Staat), wenn Schutzgesetze nachhaltig und sanktionslos missachtet werden dürfen? Aufsichtsbehörden und Zertifizierungsunternehmen sehen überfordert zu.

Spätestens nach 2004 hätten die Unternehmer von der Gewerbeaufsicht und den Berufsgenossenschaften in die Pflicht zum mitbestimmten Einbezug psychischer Belastungen in den Arbeitsschutz genommen werden müssen. Haben sich Unternehmer daran gewöhnen dürfen, Schutzvorschriften nicht mehr ernst nehmen zu müssen?

 
Ein paar Links im Bloggewühl:

  1. ISO 45001 (Englisch)
  2. Handlungshilfen für Unternehmen, darunter auch:
        Die Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz
        Besonderer Schwerpunkt: psychische Belastung
        Ein Praxisleitfaden für Arbeitgeber
    (PsyGeb)
  3. GDA-Leitlinien (PsyGeb)
  4. Psychische Belastungen bei 80% der Betriebe nicht beurteilt
  5. Hans Böckler Stiftung: Mitbestimmung
  6. Unterfangen, das Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz möglichst weit aus den Betrieben herauszuhalten
  7. Lesetipps zum Arbeitsschutzmanagement (insbesondere OHSAS 18001)
  8. Gesundheitsmanagement als Schleier
  9. Psychosoziale Kosten turbulenter Veränderungen
  10. Motivierende Vorschriften
  11. Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS)
  12. Nachrichten
  13. Geschichte
  14. Archiv: Empfehlungen bis 2013-03-31

 
Hinweis zur Navigation: Links zu externen Seiten (also Seiten außerhalb von psybel.de) werden in der Regel in neuen Fenstern oder neuen Tabs geöffnet. Interne Seiten werden im aktuellen Fenster geöffnet, z.B. auch eine Seite für Leader, denen dieses Blog zu kompliziert ist und die es gerne ganz einfach haben. Seit 2015 werden die Fenster für externe Links nicht mehr automatisch als neie Fenster angelegt. Sie können ja gut selbst enscheiden, ob das geschehen soll oder ob ein neues Fenster bzw. eine neue Lasche nötig ist.

Zitate sind mit einem grauen Balken an der linken Seite gekennzeichnet. Beispiel (DEKRA 2011-10-07):

[...] Die Betriebe werden im Arbeitsschutz meist nur aktiv, weil sie gesetzliche Vorschriften befolgen müssen (84 Prozent der Nennungen) und nicht, weil sie den wirtschaftlichen Nutzen sehen (31 Prozent) oder aus „ethischen Gründen“ (38 Prozent). [...]

oder Perry Jordans immer noch gültige Feststellung in http://blog.psybel.de/veraenderungen-gehen-ans-eingemachte/, dass

  1. psychische Belastung oft noch als individuelles Problem angesehen wird (man kennt sie ja, die Workaholiker oder unfähigen Zeitmanager …) bzw. eine gedankliche Trennung zwischen Mensch und Betrieb vornimmt,
  2. Führungskräfte ahnen/wissen, dass es bei ggf. erforderlichen Veränderungen häufig ans Eingemachte geht – Organisation, Personaleinsatz/ -entwicklung, Führung/ Kommunikation -und man dieses (Diskussions-) Risiko scheut,
  3. ganz einfach Zusammenhänge nicht klar sind.

Noch eine Anmerkung: Die Kommentarfunktion musste ich wegen Spam leider deaktivieren. Feedback ist aber möglich.

Was haben EcoVadis-”Gold”-Gewinner zu verbergen?

Mittwoch, 15. Juni 2016 - 23:29 | Kommentare deaktiviert

EcoVadis macht gute Geschäfte mit seinen CSR-Assessments. Suchen Sie nur einmal nach den Gewinnern von “Gold”-Auszeichnungen. Es gibt unter den Gewinnern Unternehmen, die sich weigern, ihren Mitarbeitern, die ja neben den Lieferanten auch “Stakeholder” sind, den Report zu zeigen.

Aber auch EcoVadis ist nicht daran interessiert, den geprüften Unternehmen zu empfehlen, den Mitarbeitern Einblick in den EcoVadis-Prime-Report zu gewähren. So können die Mitarbeiter nicht überprüfen, wie sich ihr Arbeitgeber gegenüber EcoVadis dargestellt hat. Stört es sehr, wenn die Mitarbeiter den EcoVadis-Bericht mit der Betriebswirklichleit vergleichen können?

Die “EcoVadis-Methode” reduziert sich damit auf ein Geschäftsmodell, mit dem man im modischen Ratinggeschäft gut verdienen kann. Die Gefahr besteht, dass hier nicht die CSR bewertet wird, sondern die Darstellungskünste der von EcoVadis ausgezeichneten Unternehmen. “Nachhaltig” soll hier vor allem das “Reputationsmanagement” sein. Dabei hilft EcoVadis.

Von EcoVadis ausgezeichnete Unternehmen haben aber trotzdem die Möglichkeit, die im CSR-Geschäft zu leicht verspielbare Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen: Sie veröffentlichen den Bericht, den sie von EcoVadis bekommen haben, im Internet. Welches Metall auch immer sie von EcoVadis bekommen haben, diese Unternehmen verdienen Platin für ehrliche CSR.

Nachhaltigkeit bei KUKA

Mittwoch, 15. Juni 2016 - 20:22 | Kommentare deaktiviert

Beim Thema “Nachhaltigkeit” wird ein chinesischer Investor bei KUKA vermutlich nichts verändern. In https://www.kuka.com/en-de/about-kuka/strategy/sustainability beschreibt Kuka gut die verschiedenen für KUKA relevanten Standards. Zum Thema “psychische Belastungen” finde ich bei KUKA keine Aussagen.

Es gibt eine Beschwerde aus dem Jahr 2010, dass der Betriebsrat “massiv bekämpft” werde, aber ein Gesamtbild über die Zustände bei KUKA ergibt das nicht.

Arbeitsschutznorm ISO 45001 nicht vor 2017

Dienstag, 14. Juni 2016 - 06:55 | Kommentare deaktiviert

Der umstrittenste Standard in der Geschichte der ISO:

CSR transparent bei Dahmen Personalservice

Sonntag, 12. Juni 2016 - 19:57 | Kommentare deaktiviert

Auch die Dahmen Personalservice GmbH hat ihren Corporate Social Responsibility (CSR) Assessment Report veröffentlicht.

Warum Handlungshilfen nicht helfen

Dienstag, 7. Juni 2016 - 06:17 | Kommentare deaktiviert

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung Handlungshilfe für die betriebliche Praxis (Mai 2015) ist eine Veröffentlichung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Der Rundbrief von Hans-Peter Gimbel machte mich darauf aufmerksam.

Wieder eine gute Handlungshilfe. Es gibt so viele davon. Zu viele Arbeitgeber wollen psychische Belastungen aber einfach nicht beurteilen. Insbesondere wenn Unternehmen groß und politisch gut vernetzt sind, dann brauchen sie das auch nicht zu tun, denn die Berufsgenossenschaften und Gewerbeaufsichten sind zu schwach, um das Arbeitsschutzgesetz wirksam durchsetzen zu können. Es ist zumindest bei Großunternehmen einfach so, dass sowohl für die behördliche Aufsicht wie auch für die Zertifizierungsauditoren Konflikte mit diesen Unternehmen unangenehmer sind, als Konflikte mit psychische fehlbelasteten Arbeitnehmern, die Fehlbelastungen praktisch so gut wie nie werden nachweisen können.

Selbst dort, wo von einer Betriebsleitung unterschrieben dokumentiert ist, dass psychische Belastungen nicht von dem Arbeitsschutzmanagementsystem des Unternehmens (mit dem der Betrieb aber fleißig wirbt) erfasst werden, gibt es seit Jahren weder Kritik von der behördlichen Aufsicht noch von den Zertifizierungsauditoren. Es wird nur lobend festgestellt, dass das Arbeitsschutzmanagementsystem z.B. nach OHSAS 18001 zertifiziert ist. Das reicht den Auditoren dann auch, und sie sehen nicht mehr genauer hin. Unter den geschlossenen Augen der Aufsicht schaffen solche Unternehmen es dann, die Dokumentation auch offensichtlicher psychischer Fehlbelastungen zu vermeiden.

Gegen unaufmerksame Kontrollen und allzu kundenfreundlichen Audits können auch die Betriebsräte im komplexen Gefährdungsbereich der psychischen Belastungen nichts unternehmen, denn dank der unaufmerksamen Aufsicht können Großunternehmen behaupten, dass Alles in Ordnung sei. Zwar ist die behördliche Aufsicht systemisch (und vermutlich politisch gewollt) überfordert, aber sie ist immer noch stark genug, Betriebsräte so zu beeindrucken, dass die Arbeitnehmervertreter sich nicht trauen, das Urteil der Aufsicht in Frage zu stellen.

Unter diesen Bedingungen können Handlungshilfen natürlich nicht so helfen, wie sie helfen sollten.

EcoVadis sollte seinen Kunden die Veröffentlichung von CSR-Reports empfehlen

Freitag, 3. Juni 2016 - 07:02 | Kommentare deaktiviert

Ein CSR-Rating kann im Bereich des Umgangs eines Unternehmens mit Mitarbeitern nur dann glaubwürdig sein, wenn die Mitarbeiter nachvollziehen können, wie sich ihr Arbeitgeber gegenüber EcoVadis dargestellt hat. Nach meiner Kenntnis überlässt es EcoVadis aber seinen Kunden, wie sie mit den Reports von EcoVadis umgehen. Es ist also Eigeninitiative, wenn ein Kunde den Report veröffentlicht.

EcoVadis behandelt die Daten seiner Kunden vertraulich und kann sie nicht zwingen, dem guten Beispiel eines schweizerischen Kunden und eines deutschen Kunden zu folgen. Aber EcoVadis könnte für Offenheit im Umgang mit den Reports Punkte vergeben. Und wenn Reporte gegenüber Betriebsräten geheim gehalten werden, müssten meiner Ansicht nach sogar Punkte abgezogen werden. (Einige Erkenntnisse z.B. zum Arbeitsschutz muss ein Unternehmen seinen Arbeitnehmervertretern sogar zur Kenntnis bringen. EcoVadis sollte das überprüfen und auch Betriebsräte an seinen Audits beteiligen.)

Wenn Unternehmen basierend auf Angaben, die von den “Stakeholdern” nicht nachgelesen werden können, von EcoVadis ausgezeichnet werden, dann schadet das allen, die sich auf das Rating von EcoVadis verlassen. Arbeitnehmer sind ganz besonders von der CSR ihres Arbeitgebers betroffene “Stakeholder”. Darum muss gerade von ihnen nachvollzogen werden können, wie das Rating zustande kam. Das gilt nicht nur für EcoVadis, sondern für alle Anbieter von CSR-Rankings.

Wie EcoVadis prüft, kann man hier nachlesen: EcoVadis CSR Rating Methodology (Whitepaper, 2013-01-01)

In Rate the Raters Phase Five, Questionnaire for Raters: EcoVadis (February 2013) beschreibt sich EcoVadis selbst.

Endress+Hauser macht CSR glaubwürdig

Mittwoch, 1. Juni 2016 - 06:31 | Kommentare deaktiviert

http://www.endress.com/en/Endress-Hauser-group/endresshauser-at-a-glance/sustainability/sustainability-report/sustainability-ecovadis

[...] Endress+Hauser has a structured and proactive CSR approach. Engagements and policies as well as tangible actions are on major issues. The company has a basic reporting on actions or performance indicators. Here you can find the EcoVadis Premium report of the Endress+Hauser Group as well as the EcoVadis Sustainability Profile and the EcoVadis Certificate [...]

Endress+Hauser hat beim CSR-Rating von EcoVadis nur “Silber” bekommen, veröffentlicht aber trotzdem den EcoVadis Premium report (bzw. Corporate Social Responsibility (CSR) Report), in dem auch Verbesserungspotential angesprochen wird. Das ist glaubwürdiger, als das Werben mit “Gold” ohne Angabe der Details.

Ich finde, dass mindestens die Mitarbeiter und die Arbeitnehmervertreter der von EcoVadis ausgezeichneten Unternehmen verstehen können sollten, wie sich das Unternehmen gegenüber EcoVadis dargestellt hat und welche Anmerkungen EcoVadis dazu gemacht hat.

Endress+Hauser gibt hier ein ungewöhnlich erfreuliches Beispiel: EcoVadis macht seine CSR-Assessments bei über 20000 Kunden, aber nur wenige zeigen so viel Offenheit, wie Endress+Hauser. Ich nehme an, dass Enderess+Hauser auch mit seinen Geschäftsprozessen so umgeht wie mit seiner CSR. Das ist für die Kunden des Unternehmens ein klares Zeichen von Verlässlichkeit. Ein offenes Fehlermanagement kommt bei Kunden immer gut an. Sie wissen, dass in der Wirklichkeit nichts perfekt ist. Fehler lassen sich nie vermeiden, darum ist der offene Umgang mit Fehlern und ein gutes Fehlermanagement vertrauensfördernd. Mit seinem CSR-Ansatz macht Endress+Hauser also auch Werbung für seine Geschäftsprozesse.

Link: EcoVadis Evaluation – Häufig Gestellte Fragen

CSR Hub

Mittwoch, 1. Juni 2016 - 06:07 | Kommentare deaktiviert

https://www.csrhub.com/csrhub-meets-your-sustainability-needs/

We are the world’s largest CSR (corporate social responsibility) and sustainability ratings and information database.

 
Unternehmen von A-Z: https://www.csrhub.com/covered/letter/

Die Gefährdungsbeurteilung als Infografik

Samstag, 28. Mai 2016 - 15:30 | Kommentare deaktiviert

http://www.arbeitstattstress.de/2016/05/die-gefaehrdungsbeurteilung-als-infografik/

[...] Manche Führungskräfte befürchten, mit der Bekanntgabe der Ergebnisse “ein Fass aufzumachen”, wenn diese Engpässe im Führungsverhalten oder in der Arbeitsorganisation aufzeigen. Ganz unrecht haben sie nicht. Denn zum einen weckt man bei den Mitarbeitern bestimmte Erwartungen, zu anderen ist es tatsächlich schwerer, Verbesserungen bei den sogenannten weichen Faktoren zu erzielen. Anstatt diese dicken Bretter zu bohren, bleibt man lieber bei den Lärmmessungen. Da weiß man, was man hat. [...]

Gut beobachtet.

In dem Artikel finden Sie dann auch die Infografik.

Unkritische Kontrollbehörden

Donnerstag, 26. Mai 2016 - 14:50 | Kommentare deaktiviert

http://www.tagesschau.de/inland/hueftimplantate-101.html

[...] Dass das [Hüftgelenk-]Implantat fehlerhaft sei, bestreitet das Unternehmen bis heute. Das haben auch die Kontrollbehörden in Deutschland geglaubt. Weil sich die deutsche Niederlassung von DePuy in Kirkel im Saarland befindet, ist das dortige “Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz” für die Überwachung der DePuy-Produkte zuständig. Ende 2008 lag der Fall bei den saarländischen Kontrolleuren auf dem Tisch. Nach den Recherchen ließen die Beamten sich von den DePuy-Managern “aufklären”, ohne eine zweite, unabhängige Meinung einzuholen. [...]

Im Saarland lässt sich das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz von Unternehmen, die es kontrollieren sollte, “aufklären”. In Bayern protokolliert die Gewerbeaufsicht es nicht einmal, wenn Arbeitgeber Mitarbeiter bedrohen, die Fehlbelastungsmeldungen abgeben. Bundesweit dürfen immer nich 70% aller Betriebe sich vorschriftenwidrig davor drücken, psychische Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen. Bei vielen Autoherstellern ging das Kraftfahrzeigbundesamt Hinweisen zu zu hohen Schadstoff-Emissionen nicht nach und in Hessen wurden vier Steuerfander bequemer- aber auch fälschlicherweise für psychische krank erklärt, die kritisch prüften.

Bei Sozialhilfeempfängern wird dagegen sogar deren Beziehungsleben streng kontrolliert. Wir haben ein Problem in Deutschland.