Psychisch wirksame Arbeitsbelastung

Mittwoch, 2. März 2011 - 19:45 | Kommentare deaktiviert

(“festgepinnter” Artikel, aktualisiert: 2017-07-10)

Dies ist ein Blog zum Thema psychisch wirksame Belastungen am Arbeitsplatz.

Weitere Schwerpunkte sind Corporate Social Responsibility (CSR) und der Gebrauch und der Mißbrauch der Zertifizierung von Arbeitsschutzmanagementsystemen.

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Der Arbeitsschutz fragt nicht nach “auffälligen” Mitarbeitern,
sondern er fragt nach auffälligen Arbeitsplätzen.

Auffällige Arbeitsplätze sind solche, an denen für Mitarbeiter schädliche Vorfälle auftreten oder auftreten können. Diese Vorfälle sind nach OHSAS 18001:2007 z.B. solche, an denen arbeitsbezogene Ereignisse auftraten oder auftreten können, die eine Verletzung oder Erkrankung (ohne Berücksichtigung der Schwere) oder einen tödlichen Unfall zur Folge hatten oder hätten zur Folge haben können. Erkrankungen sind erkennbare, nachteilige physische oder mentale Zustände, die durch eine Arbeitstätigkeit und/oder durch eine Arbeitssituation entstanden sind und/oder verschlechtert wurden. Entgegen ihrer Selbstverpflichtung erfassen viele nach OHSAS 18001 zertifizierte Unternehmen nur meldepflichtige Unfälle, andere relevante Vorfälle werden ignoriert. Ohne die Erfassung und Untersuchung solcher Ereignisse (“Vorfälle” nach Definition 3.9 in OHSAS 18001:2007) bleibt die Prävention jedoch mangelhaft.

Das Thema der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz wird häufig als ein erst in den letzten Jahren akut gewordenes Thema dargestellt (auch im Vertrag zwischen den Unionsparteien und der SPD zur derzeitigen Koalition), bei dem wichtige Dinge noch erforscht werden müssten, aber Forderungen nach dem Einbezug psychischer Belastungen in den Arbeitsschutz sind doch überhaupt nicht neu:
Das Problem ist seit etwa 2004 bei den Arbeitgebern (wieder) gut bekannt, theoretisch schon seit 1996. Aber erst jetzt beginnen genügend viele Betriebsräte, durchzublicken. Sie sind zwar der Haupttreiber des Themas in den Betrieben, aber im Jahr 2013 gab auch die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) eine lesenswerte Handlungshilfe heraus: »Die Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz - Besonderer Schwerpunkt: Psychische Belastung - Ein Praxisleitfaden für Arbeitgeber«. Betriebsräte sollten diese Veröffentlichung wenigstens kennen. Leider sind die Gewerbeaufsichten bei diesem Thema immer immer noch unterausgestattet und überfordert (siehe Bundestagsdrucksache 17/10229 vor etwa zwei Jahren). Oft werden sie auch politisch ausgebremst. Dabei forderte schon der fränkische Abgeordnete Müller »die Einstellung einer größeren Anzahl speziell ausgebildeter Gewerbeärzte..., die die Schädigung durch physische und psychische Ermüdungserscheinungen besonders zu beobachten hätten.« (Müller und Genossen, Reichstag Berlin, 10. März 1927.)

Der in der ISO 10075 definierte Begriff “psychische Belastungen” (mental workload) ist in letzter Zeit häufiger zu lesen. Erstaunlich ist,

Der Großteil der Unternehmen missachtet also die Regeln des ganzheitlichen Arbeitsschutzes, und trotzdem wird so gut wie überhaupt nicht thematisiert, dass der tägliche Rechtsbruch in diesem Bereich ein wichtiger Grund für die bis heute beobachtete Zunahme psychischer Fehlbelastungen am Arbeitsplatz sein sein könnte. Was passiert mit den Menschen (und mit dem Staat), wenn Schutzgesetze nachhaltig und sanktionslos missachtet werden dürfen? Aufsichtsbehörden und Zertifizierungsunternehmen sehen überfordert zu.

Spätestens nach 2004 hätten die Unternehmer von der Gewerbeaufsicht und den Berufsgenossenschaften in die Pflicht zum mitbestimmten Einbezug psychischer Belastungen in den Arbeitsschutz genommen werden müssen. Haben sich Unternehmer daran gewöhnen dürfen, Schutzvorschriften nicht mehr ernst nehmen zu müssen?

 
Ein paar Links im Bloggewühl:

  1. ISO 45001 (Englisch)
  2. Handlungshilfen für Unternehmen, darunter auch:
        Die Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz
        Besonderer Schwerpunkt: psychische Belastung
        Ein Praxisleitfaden für Arbeitgeber
    (PsyGeb)
  3. GDA-Leitlinien (PsyGeb)
  4. Psychische Belastungen bei 80% der Betriebe nicht beurteilt
  5. Hans Böckler Stiftung: Mitbestimmung
  6. Unterfangen, das Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz möglichst weit aus den Betrieben herauszuhalten
  7. Lesetipps zum Arbeitsschutzmanagement (insbesondere OHSAS 18001)
  8. Gesundheitsmanagement als Schleier
  9. Psychosoziale Kosten turbulenter Veränderungen
  10. Motivierende Vorschriften
  11. Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS)
  12. Nachrichten
  13. Geschichte
  14. Archiv: Empfehlungen bis 2013-03-31

 
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Zitate sind mit einem grauen Balken an der linken Seite gekennzeichnet. Beispiel (DEKRA 2011-10-07):

[...] Die Betriebe werden im Arbeitsschutz meist nur aktiv, weil sie gesetzliche Vorschriften befolgen müssen (84 Prozent der Nennungen) und nicht, weil sie den wirtschaftlichen Nutzen sehen (31 Prozent) oder aus „ethischen Gründen“ (38 Prozent). [...]

oder Perry Jordans immer noch gültige Feststellung in http://blog.psybel.de/veraenderungen-gehen-ans-eingemachte/, dass

  1. psychische Belastung oft noch als individuelles Problem angesehen wird (man kennt sie ja, die Workaholiker oder unfähigen Zeitmanager …) bzw. eine gedankliche Trennung zwischen Mensch und Betrieb vornimmt,
  2. Führungskräfte ahnen/wissen, dass es bei ggf. erforderlichen Veränderungen häufig ans Eingemachte geht – Organisation, Personaleinsatz/ -entwicklung, Führung/ Kommunikation -und man dieses (Diskussions-) Risiko scheut,
  3. ganz einfach Zusammenhänge nicht klar sind.

Noch eine Anmerkung: Die Kommentarfunktion musste ich wegen Spam leider deaktivieren. Feedback ist aber möglich.

Arbeitgeber brauchen Sicherheit, bestraft zu werden

Sonntag, 12. November 2017 - 18:55 | Kommentare deaktiviert

Der Vorsitzende der sogenannten “Wirtschaftsweisen”, Christoph M. Schmidt, meinte in der der Welt am Sonntag (2017-11-12), dass die Unternehmen Sicherheit bräuchten, dass sie nicht gesetzwidrig handeln, wenn ein Angestellter morgens beim Frühstück seine Mails liest. Schon wegen dieser Dummheit muß man “Wirtschaftsweise” in Gänsefüßchen schreiben. Professor hin oder her, Christoph M. Schmidt ist nicht weise.

Die Mehrheit der Arbeitgeber stellt sich immer noch über das Arbeitsschutzgesetz: Sie lassen in ihren Betriebe keine Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen durchführen. Dieser “flexible” Umgang mit Gesetzen und Vorschriften ist natürlich nur möglich, weil die Gewerbeaufsichten in diesem Bereich des Arbeitsschutzes weiterhin versagen. Inzwischen bin ich sicher, dass die gut dokumentierten Defizite im Aufsichtshandeln im Arbeitsschutz politisch gewollt sind. Solange Arbeitgeber weiterhin so ungestraft gegen dasArbeitsschutzgesetz verstoßen dürfen wie ihnen das in der Vergangen erlaubt war, wäre es nicht nur unweise, sondern eine große Dummheit, das Arbeitsschutzgesetz aufzuweichen. Für flexiblere Arbeitszeiten brauchen wir eine Gewerbeaufsicht, der endlich mit einer besseren Ausstattung erlaubt wird, die Betriebe auch tatsächlich kritisch zu beaufsichtigen.

Die Überwachung des modernen ganzheitlichen Arbeitsschutzes ist komplex. Die Überwachung von Arbeitszeiten ist schon einfacher. Allerdings hat man sich in Deuschland hier auch schon an Rechtsbruch gewöhnt. Solange Arbeitgeber ihre Pflicht zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und Schutz der psychischen Gesundheit immer noch vernachlässigen dürfen, darf es keine Arbeitszeitregelungen geben, die noch flexibler sind, als das derzeit schon der Fall ist. Anstelle hier den Arbeitgebern entgegenzukommen, brauchen diese Leute endlich Sicherheit, dass sie für ihre fortgesetzte und vorsätzliche Verletzungen von unabdingbar einzuhaltenden Schutzgesetzen kräftig bestraft werden.

Gefährdungen reichen

Mittwoch, 8. November 2017 - 16:52 | Kommentare deaktiviert

https://www.bund-verlag.de/aktuelles~BAG-stärkt-Betriebsrat-im-Arbeitsschutz~?newsletter=BR-Newsletter%2F07.11.2017

[...] Das BAG vertrat seit geraumer Zeit die problematische Auffassung, die Mitbestimmung im Gesundheitsschutz sei eingeschränkt und verlange eine konkrete, im Betrieb nachweisbare Gesundheitsgefahr. Das war vor allem die Auffassung des Urteils vom 11.12.2012 (1 ABR 81/11).

Das neue Urteil [1 ABR 25/15], das diese Auffassung verwirft, ist somit ein Paukenschlag für die Betriebsräte, die im Arbeits- und Gesundheitsschutz tätig sind. Ab sofort brauchen sie nicht mehr eine konkrete Gesundheitsgefahr im Betrieb nachzuweisen, um tätig zu werden. Vielmehr reichen bloße Gefährdungen aus. Damit sind vor allem die Rechte der Betriebsräte im Präventionsbereich deutlich gestärkt. [...]

Resilienz pervers

Montag, 23. Oktober 2017 - 09:48 | Kommentare deaktiviert

http://www.unternehmensdemokraten.de/resilienz-perversion-einer-wichtigen-faehigkeit/

Fake-Prüfungen

Mittwoch, 11. Oktober 2017 - 18:27 | Kommentare deaktiviert

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-audi-zulassungen-101.html

Bei der Zulassung neuer Audi-Modelle haben Prüfer ungeprüft Angaben des VW-Konzerns übernommen. Das belegen Recherchen von NDR, WDR und SZ. Wurden die Typgenehmigungen für Millionen Fahrzeuge des VW-Konzerns auf fragwürdiger Basis erstellt? [...]

Auch die Gewerbeaufsicht und bei der DAkkS akkreditierte Prüfer (CABs) hinterfragen nach meiner Meinung immer noch nicht ausreichend, was ihnen insbesondere Großunternehmen mit ihren aufgebrezelten Präsentationen zeigen.

Im konkreten VW-Fall geht es jedoch um das Unternehmen ATE in Luxemburg.

Wenn BGM zum Arbeitsschutz wird

Dienstag, 19. September 2017 - 11:22 | Kommentare deaktiviert

http://www.bund-verlag.de/blog/betriebsrat/psychische-leiden-am-arbeitsplatz-nehmen-zu/?newsletter=BR-Newsletter%2F19.09.2017

AOK-Fehlzeiten-Report 2017
Psychische Leiden am Arbeitsplatz nehmen zu

18 Sep, 2017 Aktuelles ,Kategorie: Aktuelles ,Themen: Arbeitsschutz [...]

Der Schwerpunkt liegt hier auf nicht-arbeitsbedingten psychischen Erkrankungen, die sich natürlich auch am Arbeitsplatz auswirken. BGM (Betrieblisches Gesundheitsmanagement) hilft hier, aber der Umgang mit persönlichen Lebenskrisen ist erst nachrangig ein Arbeitsschutzthema.

Merke: Bei der Prävention im gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutz geht es um die verhältnispräventive Minderung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastungen.

Für Betriebsräte wichtig: BGM kann ein Rahmen für den Arbeitsschutz bieten. BGM kann aber auch dazu missbraucht werden, mitbestimmungspflichtige und nicht mitbestimmungsflichtige Maßnahmen miteinander zu verquirlen und damit die Mitbestimmung zu schwächen. Darum müssen Betriebsräte aufpassen: Alle Maßnahmen, die der Arbeitgeber der Gewerbeaufsicht und externen Auditoren (z.B. OHSAS 18001) als Beitrag zur Umsetzung der Vorschriften des Arbeitsschutz darstellt, sind mitbestimmungspflichtig.

Betriebsräte sollten deswegen mithören und mitlesen können, wie ein Unternehmen seinen Arbeitsschutz gegebnüber der behördlichen Aufsicht und externen Auditoren darstellt.

IW: Mobiles Arbeiten führt zu Mehrarbeit und Zufriedenheit

Freitag, 1. September 2017 - 07:14 | Kommentare deaktiviert

2017-09-01 (IW): https://www.google.de/search?q=
“mehr als zehn stunden”+
“Institut der deutschen Wirtschaft”+
“Oliver Stettes”

Institut der deutschen Wirtschaft (IW): https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_der_deutschen_Wirtschaft

2017-08-15 (IAB): https://www.iab-forum.de/homeoffice-fluch-oder-segen/

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_für_Arbeitsmarkt-_und_Berufsforschung

2017-04-26: http://www.sueddeutsche.de/bayern/zehn-stunden-maximal-wirtschaft-fordert-flexible-arbeitszeit-1.3479431

Nur DIE GRÜNEN antworten

Samstag, 19. August 2017 - 13:38 | Kommentare deaktiviert

Sent: Sunday, Aug 13, 2017 13:43 CEST
To: info@gruene-bundestag.de, fraktion@cducsu.de, frakmail@spdfraktion.de, fraktion@linksfraktion.de, bgs@alternativefuer.de, info@fdp.de, ursula.vonderleyen@bundestag.de
Subject: Ordnungsgelder und Strafen: Verstoß gegen das ArbSchG

Sehr geehrte Damen und Herren,

Nachdem mit dem “Diesel-Skandal” wieder einmal ein vom Gesetzgeber geduldetes Versagen der behördlichen Aufsicht öffentlich bekannt wurde, interessiert mich nun noch mehr als bisher, warum bis heute in Deutschland sehr viele Unternehmen unter den Augen der behördlichen Aufsicht immer noch gegen ihre Pflicht zur Minderung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastung verstoßen dürfen.

(Begriffsklärung: In Deutschland muss ein Versagen der behördlichen Aufsicht nicht unbedingt ein Versehen sein. Den Begriff “Versagen” verwende ich naïv aus der Sicht der zu schützenden Bürger. Es sind natürlich nicht nur beim Kraftfahr-Bundesamt Sichtweisen möglich, bei denen Verstöße gegen Schutzvorschriften kein Versagen sind.)

Könnten Sie mir bitte mitteilen, wie viele Strafen und Ordnungsgelder in der Zeit von 2005 bis 2012 sowie von 2013 bis 2016 Unternehmen wegen Verstößen gegen die Pflicht zur Beurteilung arbeitsbedingter psychischer Belastungen zu zahlen hatten?

Bitte beziehen Sie sich bei den Strafen auf den in Deutschland zur Verfügung stehenden “knallharten” Strafkatalog. (Wenn http://blog.psybel.de/knallharter-strafenkatalog-seit-1996-ungebraucht/ zur Erläuterung nicht ausreichen sollte, wird man Ihnen unter mailto:ursula.vonderleyen@bundestag.de gerne detailliertere Angaben machen können.)

Ich bitte um eine detaillierte Aufstellung für die einzelnen Strafen und Ordnungsgelder (Bundesland, Zahlungsjahr, Zahlungsbetrag, usw.). Für die vermutlich recht überschaubare Liste wird wohl eine DIN-A4-Seite reichen.

[...]

PS:
- http://blog.psybel.de/petition20090202/
- http://blog.psybel.de/psychische-belastungen-bei-80-der-betriebe-nicht-beurteilt/
- http://blog.psybel.de/cdu-anfrage-zur-psychischen-belastung/
- http://blog.psybel.de/2012/02/04/frechheit-siegt/

[...]

Nur DIE GRÜNEN haben geantwortet. Die Antwort war persönlich und ausführlich. Auf Details warte ich gerne.

Für die anderen Parteien ist das Thema der Arbeitsbelastung und das fortgesetzte Versagen der behördlichen Aufsicht in diesem Bereich des Arbeitsschutzes jetzt im Wahlkampf wohl nicht so wichtig.

Read draft and comment: BS 45004 systems. General guidelines on effective application of ISO 45001

Mittwoch, 9. August 2017 - 21:29 | Kommentare deaktiviert

https://standardsdevelopment.bsigroup.com/projects/2015-03411/

Comment period start date: 2017-08-07
Comment period end date: 2017-10-10

Lenient Testing Companies

Sonntag, 6. August 2017 - 22:40 | Kommentare deaktiviert

Germany was famous for its correctness. Forget about it. The “diesel scandal” killed that dream. (Forget about serious ISO 26262 audits in Germany.)

Finding “defeat devices” (deception implemented in the software which runs the motor control) is much easier than auditing the protection of mental health in OH&S management systems. No surprise that German employers easily pass OHSAS 18001 audits even though the management of mental workload issues is not included in their OH&S management system if the CAB doesn’t really care about that.

Don’t trust in audits whether it is about environmental protection or credit ratings: http://comment-news.com/source/www.nytimes.com/2015/09/25/business/international/volkswagen-emissions-pollution-regulations.html/:

“[...] Carmakers ‘shop’ for the best deal from agencies across Europe and directly pay for their services,” he [Greg Archer, a former director at Britain's renewable-fuels regulator] said in a recent [2015] statement on the Volkswagen scandal. “The job of the engineer overseeing the test is ultimately dependent on the next contract from the carmaker.”

The company did not have an immediate comment.

Automakers have the same incentive to shop around for lenient testing companies that bond issuers have long had to shop around for the credit rating agency that would give them the highest credit rating. Overgenerous ratings of complex financial instruments based on mortgage prices were widely blamed as helping to set the global financial crisis. [...]

Also OHSAS 18001 certifiers easily might get corrupted by their customers who won’t appreciate an honest audit. Too thoroughly audited employers just would move to a more lenient CAB. That is why I kow of a company in Europe where the management of mental workload issues is not included in their OH&S management system. They got their OHSAS 18001 certificate nevertheless. The CAB also had tolerated that that company moved much too late from OHSAS 18001:1999 to OHSAS 18001:2007 in the year 2013. The accreditation authority – lenient as well – did not consider that to be a deviation.

Certification mills have good working conditions in Europe. That ugly make-believe business makes employees sick. The “diesel scandal” confirmed my impression that audits can be an ugly farce.

Zustimmung zum Enwurf der ISO DIS 45001

Montag, 24. Juli 2017 - 08:40 | Kommentare deaktiviert

Zwar wurde der Entwurf ISO DIS 45001.2 seitens des deutschen Spiegelausschuss NA 175-00-02 AA “Arbeitsschutzmanagementsysteme” abgelehnt, aber insgesamt wurde er in der internationalen Abstimmung jedoch nun angenommen.

Im deutschen Spiegelausschuss wird u.A. noch ein Hinweis zum Entwurf der deutschen Sprachfassung diskutiert, der die Richtigkeit der Übersetzung des Begriffs “ill health” mit “Krankheit” in in Frage stellt. Der Begriff “Krankheit” beschreibt ja nur eine Teilmenge der Gesundheitszustände, die der Begriff “Ill health” umfasst.

Ein ähnlicher Fehler hatte sich übrigens schon in die deutsche Fassung von OHSAS 18001:2007 eingeschlichen. Dort wurde “ill health” fälschlicherweise mit “Erkrankung” übersetzt.