Kategorie 'Resilienz'

Resilienz und die Maßnahmenhierarchie

Mittwoch, 19. April 2017 - 23:00

http://www.arbeitstattstress.de/2017/04/resilienz-und-die-massnahmenhierarchie/

[...] Während die Anwendung der Maßnahmenhierarchie bei physischen Gefährdungsfaktoren, wie z.B. Lärm, weitgehend akzeptiert ist, gehen die meisten Betriebe bei psychischen Gefährdungen meist den genau entgegengesetzten Weg. Anstatt das Augenmerk zuerst auf die Beseitigung der Gefahren zu richten, werde die Mitarbeiter mit großem Aufwand unterwiesen (Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz, Lauftreff, Zuschüsse zum Yoga-Kurs usw.). Klingt zunächst gut und lässt sich PR-technisch sicher gut einsetzen, lenkt allerdings auch von der eigentlichen unternehmerischen Verantwortung nach dem Arbeitsschutzgesetz ab. Das Problem wird dadurch individualisiert und auf den einzelnen Mitarbeiter abgeschoben. [...]

Leider lassen sich auch Auditoren von Arbeitsschutzmanagementsystemen und behördliche Prüfer von Maßnahmen zur verhaltenspräventiven Förderung der individuellel Resilienz beeindrucken.

Amtliche und private Prüfer lassen sich zu leicht von gut aussehenden resilienzfördernden Maßnahmen beeindrucken, die mit Arbeitsschutz und seiner Maßnahmenhierarchie jedoch nur wenig zu tun haben. Mit einer gerade mal fünftägigen Weiterbildung im Bereich der psychischen Belastungen und der bei Laien oft vorherrschenden Präferenz für Verhaltensprävention halten viele Prüfer auch persönlich nicht viel von einer Verhältnisprävention, die sie gelegentlich sogar offen als nicht praktikabel darstellen. So loben diese Prüfer werbewirksame verhaltenspräventive Gesundheitsförderungs-Maßnahmen, mit denen Arbeitgeber sich dann leicht der Verantwortung entledigen können, die sie im gesetzliche vorgeschriebenen und verhältnispräventiv angelegten Arbeits- und Gesundheitsschutz haben.

Die Aufsichtsstrukturen, die wir in Deutschland haben, gewähren also in erster Linie den Unternehmen Rechtssicherheit. Der verhältnispräventive Schutz der Arbeitnehmer vor psychisch fehlbelastenden Arbeitsbedingungen hat dagegen in der Aufsichtspraxis einen niedrigeren Stellenwert.

Die Zeit gehört uns

Montag, 4. Februar 2013 - 08:08

http://www.perlentaucher.de/buch/friedhelm-hengsbach/die-zeit-gehoert-uns.html

Friedhelm Hengsbach
Die Zeit gehört uns

Widerstand gegen das Regime der Beschleunigung

Klappentext

Quartalsberichte der Großbanken, verkürzte Lieferfristen, steigende Arbeitsintensität und ein atemloser Termindruck, der bereits Kinder und Jugendliche belastet, beschleunigen allgemein das Lebenstempo, lähmen jedoch auch schöpferische Initiativen. Der Autor spürt den Ursachen des imperialen Temporegimes nach. Er erkennt eine Ursachenkette, die von den entfesselten Finanzmärkten ausgeht, betriebliche Umbauten auslöst und in die alltägliche Lebenswelt eindringt. Doch wie lassen sich die Risiken einer rasenden Beschleunigung eingrenzen?

 
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2012 …

… Dass der Autor, Jesuit und Professor für christliche Sozialwissenschaft, nicht nur klare humane Maßstäbe an unsere Lebenswelt anlegt, sondern auch klug über Zeit (die wir nicht haben) philosophieren kann, erscheint dem Rezensenten schon erstaunlich. … Der Umbau unserer Turbokonsumgesellschaft zu einer kulturellen Dienstleistungsgesellschaft – dem Rezensenten erscheint er machbar!

B·A·D Resilienzworkshop

Dienstag, 15. Januar 2013 - 20:48

http://www.bad-gmbh.de/de/unternehmen/forschung.html


Forschungsprojekt “Resilienz”

In Krisen und schwierigen Lebensphasen ist unsere psychische Widerstandsfähigkeit gefordert. Lässt sich diese Stärke, die in der Psychologie mit “Resilienz” bezeichnet wird, gezielt entwickeln?

Sind Workshops und Beratungsangebote dafür geeignete Wege? Diesen und weiteren Fragen geht die B·A·D GmbH aktuell in einem Forschungsprojekt in Kooperation mit dem Bereich Wirtschaftspsychologie der Universität Duisburg-Essen nach.

Evaluiert wurde ein eigens entwickeltes Angebot, eine Kombination aus einem eintägigen Workshop und bis zu fünf persönlichen Praxisberatungen zur gezielten, nachhaltigen Förderung von Resilienz, als der Fähigkeit, Krisensituationen zu bewältigen und mit erweiterten Ressourcen daraus hervorzugehen. Hierzu gehören u.a. die Förderung von Kompetenzen im Umgang mit privaten und beruflichen Veränderlichkeit, Stärkung persönlicher und emotionaler Stabilität, sowie Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten in Krisensituationen.

180 Teilnehmer/innen (Mitarbeiter/innen, Führungskräfte) beteiligten sich an drei Zeitpunkten im Rahmen einer Längsschnittstudie und füllten die teilstandardisierten Fragebögen aus. Die Erhebung ist abgeschlossen, aktuell befindet sich das Projekt in der Auswertungsphase. Ersten Ergebnissen liegen im September [2012] vor.

Studie: http://www.bad-gmbh.de/de/shop/erfolgsfaktor_personal/produktinformationen/resilienz_studie.html

 
Ich habe dann Bedenken gegen Verhaltensprävention im Betrieb, wenn dort die Verhältnisprävention zu kurz kommt. Stimmt die Mischung zwischen beiden Präventionsansätzen, dann ist der Resilienzaufbau bei Mitarbeitern und Führungskräften eine hilfreiche Maßnahme in einer glaubwürdigen betrieblichen Gesundheitsförderung.

FOCUS spirituell

Dienstag, 13. März 2012 - 22:54

Der FOCUS 11/2012 (12. März) hat den Titel “So bleibt das ICH stark”. Es gibt vier Beiträge.

  • Kraft aus der Ruhe: Wie gezielte Auszeiten die Psyche stärken und einem Zusammenbruch vorbeugen
  • Starkes Dutzend: Zwölf Regeln für das Gleichgewicht der Seele
  • Pause im Alltag: Drei Übungen, die auch im größten Stress Entspannung bringen
  • Selbsttest: So belastbar sind Sie

Die Autoren Gregor Dolak (Politik), Petra Hollweg (Report), Dr. Christian Pantle (Forschung & Technik / Medizin) und Sylvia Sandides (?) glauben ernsthaft, Martin Seligmann sei eine “Koryphäe der positiven Psychologie”. Ratschlag Nr. 12 auf Seite 78 mag der Grund für diese Erleuchtung sein:

An etwas glauben

Lassen Sie Spiritualität in ihr Leben. Wer an eine höhere Macht glaubt, so Studien, kann Krisen leichter bewältigen.

(Den Link zu staypositiv.com habe ich nachträglich in das Zitat eingebaut.)

Das sind wahrlich umwälzende Erkenntnisse. (Hat sich schon jemand die Arbeitsbedingungen beim FOCUS angesehen? Wie mögen die das Thema der psychischen Belastungen an ihren eigenen Arbeitsplätzen angehen?)

 
Gut, dass der FOKUS so konsequent antiaufklärerisch ist. Der SPIEGEL stand ja auch schon mit einem Fuß in diesem trüben Pfuhl, der allerdings jetzt von Dr. Hubert Burdas buntem Laberblatt besetzt ist. Glücklicherweise gibt es ja auch noch die ZEIT für die etwas aufgeweckteren Leser: http://www.zeit.de/2012/01/Glueck-Unglueck

Glücksphilosophie

Im Herzen der Sekte

Ein schrecklich harmonischer Tag mit Glücksguru Martin Seligman. Am Ende bleibt nur die Flucht. …

… Seligman untersuchte also vorhandene Glückskonzepte, befragte Leute nach ihrem gefühlten Glückspegel (zwischen 1 und 10) und fand die Glücksformel: G=V+L+W. Glück ist Vererbung plus Lebensumstände plus Wille. Wille heißt, durch selbstständiges Tun etwas verändern: durch den Kauf von Seligmans Büchern zum Beispiel …

These: Burnout kommt nicht vom Job

Montag, 5. März 2012 - 06:34

Zum Buch Warum Burnout nicht vom Job kommt von Helen Heinemann, Leiterin des Instituts für Burnout-Prävention (reine Verhaltensprävention):

http://www.ibp-hamburg.de/publikation/presse-informationen/?PHPSESSID_netsh102023=230b8f1dfed391174d136f1f4b860ed0

… Die meisten Erklärungsmodelle für Burnout treffen nicht das Problem. Viele Experten führen den Erschöpfungszustand vorrangig auf die Verdichtung der Arbeit, auf Zeitnot oder die Technisierung unserer Alltagswelt zurück. Diese hohe Verdichtung lasse die Betroffenen Energie verbrennen, die sie auf Dauer nicht haben, es tritt ein Burnout ein. Diese mechanistische Sichtweise greift meiner Ansicht nach zu kurz. Es ist vielmehr die Leere im Inneren, die die Menschen emotional müde zurücklässt, nicht eine chronische Überlastung. …

… In meinen Seminaren arbeite ich mit unterschiedlichen Methoden an der persönlichen Bestandsaufnahme und Zielentwicklung. So betrachten die Teilnehmenden unter anderem ihren familiären Stammbaum und erkennen anhand von Lebenswendepunkten welche Entscheidungen sie damals getroffen haben, um unter den gegebenen Umständen gut zurechtzukommen. Mit der beglückenden Erfahrung, dass sie heute frei sind, neue und passendere Entscheidungen für sich und ihr Wohlergehen zu treffen, ist die schlimmste Krise überwunden. Nun gilt es nur noch den eigenen Wünschen Raum zu geben und auf Grundlage der persönlichen Ressourcen die entsprechenden Umsetzungsstrategien zu entwickeln. Verschiedene Körperwahrnehmungsverfahren helfen zudem dabei, sich wieder gut zu fühlen.

Einigen Teilnehmern empfehle ich ein weiterführendes Coaching, um ihre eigenen Rollenmuster zu reflektieren und sich aus den daraus resultierenden Schieflagen zu befreien. Andere fragen mich nach Adressen für Psychotherapie, um das Nachdenken über sich selbst zu vertiefen. …

Andere Ansichten:

Über die Ausgeglichenheit der Seele

Sonntag, 26. Februar 2012 - 20:31

http://www.reclam.de/detail/978-3-15-001846-0/Seneca/De_tranquillitate_animi___Ueber_die_Ausgeglichenheit_der_Seele

Seneca: De tranquillitate animi / Über die Ausgeglichenheit der Seele
Lat.Dt. Hrsg. u. Übers.: Gunermann, Heinz. 112 S.

ISBN: 978-3-15-001846-0
EUR (D): 3,20 *
EUR (A) 3,30 / CHF 4,90

(Links nachträglich eingefügt)

Ratgeberbücher gibt es tonnenweise. Dieses Buch wiegt 60 Gramm (wovon der lateinische Teil weniger als 30 Gramm beansprucht). Auch nach 2000 Jahren ist es immer noch aktuell. Es beginnt mit dem Bericht eines Managers über seine Unausgeglichenheit.

Siehe auch: http://www.archive.org/details/gemuethsruhe_1011_librivox und http://librivox.org/von-der-gemuthsruhe-de-tranquillitate-animi-by-lucius-annaeus-seneca/

Fürsorge mit Geschmäckle

Samstag, 28. Januar 2012 - 15:39

http://static.dgfp.de/assets/publikationen/2011/Umgang-mit-psychischer-Beanspruchung-Leitfaden.pdf

Mit psychisch beanspruchten Mitarbeitern umgehen –
ein Leitfaden für Führungskräfte und Personalmanager

PraxisPapier 6 / 2011
DGFP e.V. (Hg.)

Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. • Düsseldorf • ISSN 1613-2785

Siehe auch: http://blog.psybel.de/leitfaden-zum-umgang-mit-psychisch-beanspruchten-mitarbeitern/

Das ist ein hilfreiches Papier der DGFP zur Verhaltensprävention (oder für den Fall, das es für Prävention schon zu spät ist).

Genau genommen geht es dabei um alle Mitarbeiter, weil psychische Beanspruchung ein Kennzeichen fast jeder Arbeit ist, genauso wie psychische Belastung. Was wir nicht wollen, ist pychische Fehlbeanspruchung und psychische Fehlbelastung.

Mut ihrem Leitfaden erweckt die DGFP den Eindruck, sie wolle sich fürsorglich und verantwortungsvoll um Arbeitnbehmer kümmern.

Die von der DGFP empfohlene Fürsorge hat ein Geschmäckle: Die Zuwendung zum einzelnen beanspruchten Mitarbeiter verdeckt, dass die meisten Arbeitgeber parallel zur oft überwiegend verhaltenspräventionsorientierten Betrieblichen Gesundheitsförderung ihre im Arbeitsschutz gesetzlich vorgeschriebenen Pflichten bei der Verhältnisprävention vernachlässigen. Der Focus ist nicht auv auffälligen Arbeitsplätzen, sondern auf auffälligen Mitarbeitern. Das erinnert mich dann doch schon an chinesische Verhältnisse: “Auffällige” Menschen landen da ein bisschen zu schnell in der Psychiatrie. Die Partei darf nicht in Frage gestellt werden. In China würde man das vielleicht “Fürsorge – in chinesischer Färbung” nennen.

Das ist keine Polemik: Es ist auch in Deutschland möglich, dass Unternehmen wider besseren Wissens in ihren Gefährdungsbeurteilungen den Eindruck erwecken, dass sie psychische Belastungen beurteilen, obwohl ihnen klar ist, dass sie psychische Belastungen noch nicht in den Arbeitsschutz einbezogen haben. Anstelle von Minderleistungen im Arbeitsschutz identifizieren sie dagegen gerne (ohne eine mitbestimmte Beurteilung der Arbeitsbedingungen) unter ihren Mitarbeitern “Minderleister”. Wenn diese Mitarbeiter nicht “belastbar” sind, trennen sie sich eher von diesen Arbeitnehmern anstatt ihre Pflichten im Arbeitsschutz zu erfüllen.

Das ist möglich, weil die Gewerbeaufsicht zu schwach ist. Mit einer funktionierenden Gewerbeaufsicht, die sich nicht mit auf Vorzeigbarkeit hin optimierten Maßnahmen des Gesundheitsmanagements abspeisen lässt, könnte das heute nicht mehr passieren. Aber die Aufsicht wird (oder wurde bisher) ausgebremst. Schutzgesetze zu schreiben, aber ihre Ausführung auszubremsen, auch das ist eine Methode der kosmetischen 中国特色的Gesetzgebung. (“Auffällig” ist dann der, der Schutzvorschriften ernst nimmt. Diese Einstellung gibt es allerdings auch wieder in Deutschland.)

Braucht die Gewerbeaufsicht erst Beweise, um nach Beweisen zu sehen? Auditoren und Aufsichtspersonen machen ja nicht einmal von der einfachen Möglichkeit Gebrauch, prinzipiell in Unternehmen mit Bildschirmarbeit die Einhaltung der Bildschirmarbeitsverordnung zu überprüfen und die (manchmal nicht mehr versehentliche) Vorlage unrichtiger Arbeitsschutzdokumente zu ahnden.

Wenn sich ein korrumpierter Arbeitsschutz mit einer auf Vorzeigbarkeit getrimmten Betrieblichen Gesundheitsförderung trifft, dann kann sich Fürsorge schnell in Mobbing verwandeln.

FOKUS lenkt den Fokus ab

Montag, 24. Oktober 2011 - 06:25

das FOKUS Magazin 43 vom 24. Oktober widmet sich dem Thema Burnout.

  • Endlich mehr Zeit haben. Burnout vermeiden: Wie Sie Ihr Leben klug organisieren
  • Ruhe finden: Wer immer erreichbar ist, erreicht nichts. Wie man seinen Alltag ohne Hektik meistert
  • Langsamkeit wagen: Die Zeitberater Karlheinz und Jonas Geißler über die Illusion, alles im Griff zu haben
  • Zeit gewinnen: Die besten Tipps von Simplify-Lehrer und Bestsellerautor Tiki Küstenmacher

Das Burda-Magazin FOCUS konzentriert sich wieder auf die Beratung seiner Leser zu individuellen Lebensbewältigung. Sie sollen ihre Burnout-Probleme selbst lösen, obwohl bekannt ist, dass die große Mehrheit der Unternehmen sich im Bereich der psychisch wirksamen Belastungen nicht an die Vorschriften des Arbeitsschutzes hält. Statt dessen füllt das Magazin seine Seiten mit angestaubten Binsenweisheiten von Zeit- und Simplify-Gurus, um schnell mal wieder auf der aktuellen Burnout-Welle in den Medien mitsurfen zu können. Auch in einem Online-Artikel zu Markus Söders (CSU) “Burnout-Beauftragten” in Bayern ziehen die Pressemeldungsabschreiber des FOKUS Magazins das Thema im Zusammenspiel mit Söder (“Ich habe zum Glück von Natur aus eine starke Konstitution”) schnell wieder auf die individualpsychologische Schiene. Von den “Burnout-Detektiven” Christine Haderthauers (CSU) will das FOKUS Magazin seine Leser dagegen nichts wissen lassen.

Die Konsequenzen des ganzheitlichen Arbeitsschutzes gehen wohl auch an’s Eingemachte der FOCUS-Chefredakteure, denn hier kommen Führungsstile auf den Prüfstand. Angesichts der Einstellung des FOCUS zum Umgang mit psychischer Belastung am Arbeitsplatz sollte sich die Gewerbeaufsicht in München die Arbeitsbedingungen in dem Unternehmen doch einmal genauer ansehen: Vielleicht kennen die überwiegend vor Bildschirmen sitzenden FOCUS-Redakteure ihre Rechte überhaupt nicht. Die Gewerbeaufsicht könnte dann (z.B. nach einer Begehung) mit den Chefredakteuren eine Zielvereinbarung treffen, mit der der Arbeitsschutz auch in der Redaktion etwas bekannter würde.

Arbeit und Erholungsfähigkeit

Mittwoch, 31. August 2011 - 16:48

http://www.liga.nrw.de/themen/Arbeit_gestalten/ges_foerd/erholungsfaehigkeit/

Die Fähigkeit, sich zu erholen, wird durch die Anforderungen der modernen Arbeitswelt und Gesellschaft zunehmend beeinträchtigt: Psychische Belastungen stellen für viele Beschäftigte keine Ausnahmen dar, sondern bestimmen den beruflichen Alltag. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang v. a. Zeitdruck, hohe Verantwortung und Leistungsverdichtung. Hinzu kommen Belastungen durch Umstrukturierungsmaßnahmen, ungünstige Arbeitszeiten und die Angst, den steigenden Anforderungen nicht gerecht werden zu können und den Arbeitsplatz zu verlieren.

Auf Dauer bleibt das hohe Belastungsniveau nicht ohne Folgen: Viele Beschäftigte fühlen sich durch ihre Arbeit erschöpft, können aber in der Freizeit nicht abschalten, leiden unter Schlafstörungen, fühlen sich lustlos und ausgebrannt. Ständige Erreichbarkeit, die Veränderung privater Beziehungen und zunehmende Mobilität stellen zusätzliche Herausforderungen dar.

Maßnahmen der Arbeitsgestaltung können dazu beitragen, vermeidbare Belastungen und deren negative Folgen zu mindern. Die Möglichkeiten der Verhältnisprävention sind jedoch begrenzt, denn manche Arbeitsbedingungen lassen sich kaum verändern. Hier kommt dem eigenen Handeln auf der Grundlage gesundheitsförderlicher und sozial verträglicher Arbeitsbedingungen besondere Bedeutung zu. Die erholungswirksame Gestaltung der Freizeit ist dabei ein besonders wichtiger Aspekt.

 

Fachtagung “Die erschöpfte Gesellschaft? Arbeit und Erholungsfähigkeit im Blickpunkt der Wissenschaft.”
16. November 2010 in Bochum

Programm zur Fachtagung
“Die erschöpfte Gesellschaft? Arbeit und Erholungsfähigkeit im Blickpunkt der Wissenschaft.”

Grußwort
Grußwort von Dr. Eleftheria Lehmann, Präsidentin des LIGA.NRW

Präsentationen der Referenten:

Erkenntnisse der Schlafmedizin für die Arbeitswelt
Prof. Dr. Thorsten Schäfer, Ruhr-Universität Bochum

Erholung für die Arbeit – Was sagt die Psychologie?
Prof. Dr. Jarek Krajewski, Bergische Universität Wuppertal

Und nach der Arbeit: Regenerative Freizeitgestaltung vs. soziale Verpflichtungen
Prof. Dr. Tobias Esch, Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Coburg

Siehe auch: S. 40 in http://www.liga.nrw.de/_media/pdf/news/JB_2010_Inter_1.pdf

GPOP: Golden Profiler of Personality

Donnerstag, 28. Juli 2011 - 15:33

Profiler gibt es nicht nur bei der Polizei, sondern auch im Personalwesen:
http://www.google.com/search?q=certified+%22GPOP%22+golden+profiler

Und auch hier ist der populärpsychologisch gut verdauliche C. G. Jung mit seinen Archetypen wieder dabei.