Kategorie 'Zitate'
Sonntag, 17. Juli 2011 - 20:26
Kapitalismus ist der außergewöhnliche Glaube, dass die widerwärtigsten Männer aufgrund der widerwärtigsten Motive irgendwie für den Nutzen Aller arbeiten.
John Maynard Keynes (1883 – 1946)
Solange die Vorraussetzungen für diesen Glauben stimmen, gilt auch hier zunehmend die Gleichberechtigung.
Kategorien: Zitate
Samstag, 25. Juni 2011 - 14:23
http://www.betriebsrat.de/portal/themen/sz/aengstliche-suche-nach-fachkraeften.html
Wer rasch viele Akademiker treffen möchte, sollte zum Taxistand am örtlichen Bahnhof gehen.
Ingrid Sehrbrock, stellvertretenden DGB-Vorsitzende
Kategorien: Arbeitswelt, Politik, Zitate
Mittwoch, 11. Mai 2011 - 07:13
Wenn Arbeit krank macht
Süddeutsche Zeitung, 2010-08-13, Seite 4
Gut beobachtet: Arbeitgeber vernachlässigen einerseits den Gesundheitsschutz im Bereich der psychischen Belastungen, versuchen aber andererseits, sich von den steigenden Krankenversicherungskosten abzukoppeln:
… Die Vorbehalte [der Firmen] gegenüber guter Prävention zeigen auch wieder, dass die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler falsch sind, den Arbeitgeberanteil am Krankenkassenbeitrag einzufrieren. Damit würden künftig die Arbeitnehmer alleine dafür zahlen, dass Firmen durch schlechte Vorsorge die Gesundheit ihrer Belegschaft gefährden.
TAZ, 2011-05-11:
… Nun wird der Mann, der abseits von Polittalkshows und Parlamentsdebatten wenig bekannt ist, auch offiziell einer der mächtigsten Politiker des Landes: Er soll Rösler im Amt des Bundesgesundheitsministers folgen.
[Daniel] Bahr gilt ohnehin als Mann hinter den Reformen des Ministers. Als Experte für die zähen Debatten mit Pharmafirmen und Krankenkassen, als Mann für die entscheidenden Details.
Siehe auch: Vorzeitiger unfreiwilliger Ruhestand, 2011-10-17
Kategorien: Gesundheitspolitik, Krankenkassen, Politik, psybel, Thematisierung in Medien, Verbesserungsbedarf, Zitate
Tags: Daniel Bahr, Gesundheitspolitik, Philipp Rösler, Süddeutsche Zeitung, TAZ
Sonntag, 24. April 2011 - 13:03
http://www.psychologie-heute.de/das-heft/archiv/detailansicht/news/laenger_wach_die_dynamik_des_neurokapitalismus-3/:
… Trotz weiter Verbreitung der heute als neuropsychiatrisch verstandenen Störungen wächst die Illusion einer hyperhumanen Omnipotenz des mentalen Vermögens. War es in der libertären Phase des Kapitalismus noch wichtig, die äußere Erscheinung und den Status zu optimieren, so breitet sich nun der innere Zwang aus, auch kognitive und emotionale Ressourcen zu verbessern. Die heute schon bestehende Möglichkeit der unkontrollierten Beschaffung von Neuroenhancern, die Kommunikation von Anwendungserfahrungen im Internet und eine individual-utilitaristische Ethik bereiten den Boden für den Markterfolg von Substanzen, an denen heute bereits ganze Armeen von Neurowissenschaftlern in den Laboratorien arbeiten.
Länger wach: Die Dynamik des Neurokapitalismus
PSYCHOLOGIE HEUTE, 04/2010, Hennric Jokeit, Ewa Hess
Kategorien: Doping, psybel, Psychologie, Resilienz, Zitate
Tags: Ewa Hess, Hennric Jokeit, Neuroenhancement, PSYCHOLOGIE HEUTE
Sonntag, 17. April 2011 - 10:15
Auch wenn es schwerer wird, haben wir immer noch die Wahl, unsere Illusionen zu China zu begraben. Dafür brauchen wir unbequeme Leute wie Hans-Olaf Henkel (Deutsche Welle, www.dw-world.de/dw/article/0,,6501110,00.html, 2011-04-12):
Hans-Olaf Henkel hat Vertreter aus Politik und Wirtschaft aufgefordert, sich für die Freilassung Ai Weiweis einzusetzen. Auf Reaktionen von Seiten der Wirtschaft wartet er bislang vergeblich. Das ist für den langjährigen Amnesty-International-Unterstützer Henkel nicht nur enttäuschend, sondern auch kurzsichtig. Im Gespräch mit der Deutschen Welle betont er nachdrücklich seine Erfahrung. “Das Eintreten für die Menschenrechte – auch vor Ort – im klaren, richtigen Ton schadet der deutschen Wirtschaft nicht.”
Hoffen wir, dass Henkel durchhält. Es gibt hier leider auch schlechte Beispiele: So verstummte Rupert Murdochs Chinakritik, damit er Zugang zum Satelliten-Fernsehen in China bekommen konnte.
Aus eigener Erfahrung in China kann ich sagen, dass es durchaus psychisch belastend sein kann, mit jemandem Geschäfte zu machen, von dem ich mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen muss, dass er den chinesischen Despotismus für seine Karriere zumindest als Mitläufer unterstützt hatte. Ein Ansatz wie der von Henkel kann hier beiden Seiten helfen, Geschäfte mit mehr Anstand zu machen.
Kategorien: China, Politik, Zitate, 艾未未
Tags: Hans-Olaf Henkel
Sonntag, 10. April 2011 - 19:29
Der offizielle Machtkreislauf beruht auf rechtlich geregelter Kompetenz und kann sich daher im Konfliktfalle durchsetzen.
Der Gegenkreislauf beruht auf Überlastung mit Komplexität und kann sich daher im Normalfall durchsetzen.
Niklas Luhmann, Politische Theorie im Wohlfahrtsstaat, 1981
Kategorien: Soziologie, Zitate
Tags: Dynaxität, Komplexität
Mittwoch, 2. März 2011 - 09:42
Ob es sich um leichtfertig angehäufte Schulden, um den schonenden Umgang mit vergänglichen Ressourcen, um die Bekämpfung der Armut auf unserem Planeten, um die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien oder um den Klimawandel handelt: Mit einer wirklichen Bildung, die die fatale strukturelle Verantwortungslosigkeit des ökonomistisch reduzierten Horizonts überwindet, haben wir die Chance, die Zukunft gemeinsam zu gewinnen.
Gesine Schwan, 2008-12-07
Die Diskussion in zur Plagiatsaffäre (zu Guttenberg) zeigt, das z.B. wissenschaftliche Bildung für Politiker nicht wirklich interessant ist.
Kategorien: Politik, Zitate
Tags: Gesine Schwan, strukturelle Verantwortungslosigkeit, Verantwortung, Wissenschaft
Dienstag, 9. November 2010 - 09:21
Die Daumenschraube eines jeden finden: Dies ist die Kunst, den Willen Anderer in Bewegung zu setzen. Es gehört mehr Geschick als Festigkeit dazu. Man muss wissen, wo einem Jeden beizukommen sei. Es gibt keinen Willen, der nicht einen eigentümlichen Hang hätte, welcher, nach der Mannigfaltigkeit des Geschmacks, verschieden ist. Alle sind Götzendiener, Einige der Ehre, Andere des Interesses, die meisten des Vergnügens. Der Kunstgriff besteht darin, dass man diesen Götzen eines Jeden kenne, um mittels desselben ihn zu bestimmen. Weiß man, welches für jeden der wirksame Anstoß sei, so ist es, als hätte man den Schlüssel zu seinem Willen. Man muß nun auf die allererste Springfeder oder das primum mobile in ihm zurückgehen, welches aber nicht etwa das Höchste seiner Natur, sondern meistens das Niedrigste ist: denn es gibt mehr schlecht- als wohlgeordnete Gemüter in dieser Welt. Jetzt muss man zuvörderst sein Gemüt bearbeiten, denn ihm durch ein Wort den Anstoß geben, endlich mit seiner Lieblingsneigung den Hauptangriff machen; so wird unfehlbar sein freier Wille schachmatt.
Baltasar Grácian, Handorakel und Kunst der Weltklugheit, 1647, Übersetzung: Arthur Schopenhauer
Kategorien: Zitate
Tags: Baltasar Grácian, freier Wille, Freiheit
Dienstag, 9. November 2010 - 09:08
Denken wir über Eigenverantwortung und Machtlosigkeit nach:
Power without responsibility - the prerogative of the harlot throughout the ages.
Rudyard Kipling, 1931
Responsibility without power, the prerogative of the eunuch throughout the ages.
Tom Stoppard: Lord Malquist and Mr. Moon (Ch. 6: An Honourable Death), 1966
Kategorien: Zitate
Tags: Eigenverantwortung, Rudyard Kipling, Tom Stoppard, Verantwortung
Dienstag, 9. November 2010 - 09:02
Management … has to have considerable power and authority – power and authority grounded in the needs of the enterprise and based on competence. And power, as the drafters of the American Constitution knew, needs to be limited by countervailing power. Modern society, a society of organizations each requiring strong management, needs an organ such as the labor union.
Peter Ferdinand Drucker: The Frontiers of Management (paragraph III.25), 1982
Kategorien: Zitate
Tags: Peter Ferdinand Drucker