Kategorie 'Wissenschaft'

studie.psychische-gefährdungsbeurteilung.de

Samstag, 5. März 2016 - 07:56

Mit der Studie „Der Zusammenhang zwischen BGM-Kennzahlen und psycho-sozialen Faktoren
am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung der Persönlichkeit“ soll untersucht werden, ob bestimmte Personal-Kennzahlen wie zum Beispiel Krankheitstage, nicht genommener Jahres-Urlaub und Überstunden in ihrer Summe so interpretiert werden können, dass sich aus ihnen eine Aussage über die psychische Belastung ableiten lässt.

http://studie.psychische-gefährdungsbeurteilung.de/:

Wird ein solcher Zusammenhang wissenschaftlich bestätigt, so ist dies vor allem für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kleinerer Unternehmen und kleinerer Abteilungen, die aus Gründen des Datenschutzes keine Mitarbeiterbefragung durchführen dürfen, eine große Hilfe, denn dann könnte auf solche Befragungen weitgehend verzichtet werden. Wissenschaftlich wird die Studie von Isabel Niklas (Gesundheitspsychologin B.Sc.) der Hochschule SRH in Heidelberg betreut. Das Ergebnis der Studie wird dazu in Ihrer Master-Thesis ausgewertet.

Damit diese Zusammenhänge richtig erkannt werden können, benötigen wir insgesamt 1000 Befragungen. Diese Befragungen werden entweder online oder auf Papier durchgeführt und erfassen sowohl die Kennzahlen als auch die eigene Sichtweise zum Thema Arbeit. Teilnehmen können an der Studie alle, die arbeiten – unabhängig davon ob Teil- oder Vollzeit, ob angestellt oder selbständig. Das Mindestalter liegt allerdings bei 18 Jahren!

Die Befragung startete am 01.03.2016 und endet am 01.05.2016. Das Ergebnis wird am 24. Juni 2016 auf dem Kongress der Stress- und Burnout-Experten in Bad Rappenau bekannt gegeben.

Unterstützt wird die Studie von der Sali Med GmbH & Co. KG.

Gefährdungsbeurteilungen beschreiben Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen usw. Sie lassen sich so gestalten, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Dann gibt es keine Probleme mit dem Datenschutz. Die Master-Thesis könnte einen Beitrag zur Erstellung verhältnispräventiver Gefährdungsbeurteilungen sein.

Schweigegelübde

Samstag, 23. Januar 2016 - 00:42

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/VW-kommt-bei-Aufklaerung-der-Abgasaffaere-voran,volkswagen1134.html

[...] Demnach fühlten sich die Motoren-Entwickler damals, Ende 2006, von der Konzernspitze unter Druck gesetzt, einen sauberen Diesel-Motor zu präsentieren und zwar schnell und günstig. Offenbar war dies jedoch nicht zu schaffen.[...]

[...] “Schweigegelübde” in der Abteilung

In der Abteilung für die Motoren-Entwicklung hätten viele Ingenieure darüber Bescheid gewusst, sagen Personen, die mit den Untersuchungen bei VW vertraut sind. Auch Mitarbeiter und Manager, die erst in den folgenden Jahren neu dazu kamen, seien eingeweiht worden. [...]

Neben dem Betrug am Kunden liegt hier angesichts der vom Arbeitgeber zu verantwortenden und massiv auf die betroffenen Mitarbeiter wirkenden psychischen Fehlbelastung auch ein Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz vor. Die Mitarbeiter wagten nicht, den Druck und ihre Fehlbelastungen zu thematisieren. Der Arbeitsschutzbeauftragte (und die Betriebsräte) waren anscheinend nicht unabhängig von Arbeitgeber genug, um vertrauenswürdige Ansprechpartner zu sein, an die sich die Mitarbeiter angstfrei hätten wenden können. Die Gefährdungsbeurteilungen der Arbeitsplätze, Aufgabenstellungen und Arbeitsbedingungen erfassten die Konfliktsituation der Mitarbeiter nicht. Der TÜV-Rheinland muss nun an den betroffenen Standorten überprüfen, ob dieser Vorfall ordentlich nach OHSAS 18001 untersucht wird.

 
Suche:

Wie ticken Top-Manager?

Mittwoch, 13. Januar 2016 - 11:06

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/matthias-mueller-volkswagen-chef-blamiert-sich-bei-interview-a-1071554.html

[...] “Wir haben nicht gelogen”, sagte Müller dem verdutzten NPR-Reporter am Rande der Detroiter Automesse ins Gesicht. Volkswagen habe lediglich die US-Gesetze “falsch interpretiert”. Zudem handele es sich bei der ganzen Sache um ein technisches, kein ethisches Problem. [...]

Interessierte Selbstgefährdung

Mittwoch, 11. November 2015 - 06:36

Klaus Peters, Indirekte Steuerung und interessierte Selbstgefährdung. Eine 180-Grad-Wende bei der betrieblichen Gesundheitsförderung in:
Nick Kratzer, Wolfgang Dunkel, Karina Becker, Stephan Hinrichs (Hrsg.)
Arbeit und Gesundheit im Konflikt, Seite 105 – 122
Analysen und Ansätze für ein partizipatives Gesundheitsmanagement
1. Auflage 2011,
ISBN print: 978-3-8360-3580-4, ISBN online: 978-3-8452-7123-1,
DOI: 10.5771/9783845271231-105

Kapitelvorschau (http://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783845271231-105/indirekte-steuerung-und-interessierte-selbstgefaehrdung-eine-180-grad-wende-bei-der-betrieblichen-gesundheitsfoerderung):

[...] Man kennt es von Freiberuflern und so genannten Existenzgründern: Wenn der eigene Erfolg gefährdet ist oder einmalige Chancen winken, wird ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit gearbeitet. Neuen Managementmethoden gelingt es, die Leistungsdynamik von Selbstständigen in unselbstständige Beschäftigungsverhältnisse zu importieren. Darum kommt es auch bei Arbeitnehmern zu interessierter Selbstgefährdung – mit weitreichenden Folgen für das betriebliche Gesundheitsmanagement. [...]

[...] Den zunehmenden psychischen Belastungen bei der Arbeit ist es ähnlich ergangen wie dem Klimawandel: Der Streit darüber, ob es eine solche Entwicklung überhaupt gebe, hat lange Zeit Energie absorbiert, die für die Arbeit an einer lösung der neuartigen Probleme dringend benötigt worden wäre. Inzwischen ist die Entwicklung so weit fortgeschritten , dass die Leugner, die sich hier wie dort als Dramatisierungsgegner, Antihysteriker und Katastrophismuskritiker in Szene gesetzt hatten, unter nachhutgefechten zurückziehen und der Streit im Wesentlichen entschieden zu sein scheint.
        Wenn es denn wahr ist, dass die psychischen Belastungen bei der Arbeit dramatisch zunehmen, dann sollte man jetzt ein zweites Vermeidungsmanöver vermeiden und nicht die Größenordnung der Herausforderung herunterspielen. [...]

Der kostenpflichtige Zugang zum Volltext wird auf der Website von Nomos erklärt.
 

Nach meinem Eindruck sind wir nicht nicht sehr viel weiter, als im Jahr 2011.

Studie zur Arbeitgeberattraktivität

Mittwoch, 12. August 2015 - 14:58

http://www.topjob.de/projekt/trendstudien/arbeitgeberattraktivitaet-2015.html

Was macht Arbeitgeber attraktiv?

Beurteilen Männer und Frauen Arbeitgeberattraktivität anders? Gibt es besondere Präferenzen bei der Generation Y? Was findet die Generation X besonders wichtig?

Diesen Fragen ging das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen auf den Grund. Enstanden ist eine kompakte Studie, die verblüffende Erkenntnisse liefert.

Die Studie steht ab sofort kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Thematisiert werden insbesondere vier “Attraktivitätskiller”: die Beschleunigungsfalle, Zentralisierung, korrosive Energie und resignative Trägheit.

Neoliberale Forschung

Dienstag, 4. August 2015 - 06:32

Mit “An-Instituten” besorgen sich Arbeitgeber die von ihnen benötigten wissenschaftlichen “Erkenntnisse”. In diesem Zusammenhang fiel mir dieser Artikel auf:

STS (Science and Technology Studies) and Neoliberal Science (2010-09-28)
by Rebecca Lave, Philip Mirowski and Samuel Randalls
(https://www.academia.edu/7999084/Neoliberal_science and
http://sss.sagepub.com/content/40/5/659):

In this special issue, we focus on the particular impacts of neoliberalism as a regime of scientific management. Drawing on a wide range of studies from other fields, as well as the four cases in this issue, we argue that while there are important differences in how neoliberalism has been implemented across nations and disciplines, there are a set of key principles and common outcomes that can serve a heuristic function for STS scholars attempting a more careful examination of neoliberalism. These common outcomes include: the rollback of public funding for universities; the separation of research and teaching missions, leading to rising numbers of temporary faculty; the dissolution of the scientific author; the narrowing of research agendas to focus on the needs of commercial actors; an increasing reliance on market take-up to adjudicate intellectual disputes; and the intense fortification of intellectual property in an attempt to commercialize knowledge, impeding the production and dissemination of science. Taken together, these shifts suggest that the impact of neoliberal science policy and management extends far beyond the patent system into the methods, organization, and content of science. We thus urge STS scholars to undertake a detailed exploration of exactly how the external political—economic forces of neoliberalism are transforming technoscience.

Keywords: commercialization, neoliberalism, political economy, privatization

Schlafentzug und Griechenlandkrise

Montag, 13. Juli 2015 - 23:59

http://www.theguardian.com/news/reality-check/2015/jul/13/greece-crisis-what-are-the-effects-of-sleep-deprivation-on-decision-making

Greece crisis: what are the effects of sleep deprivation on decision-making?

Greece and its eurozone creditors have reached a deal after all-night talks, but can we trust the decisions and deals of sleep-deprived politicians?

 

Mythos Generation Y

Dienstag, 26. Mai 2015 - 23:28

http://www.zeit.de/karriere/2015-05/generation-y-mythos-leiharbeit-befristetung-unbezahlt-praktika

[...] Das mediale Hochglanzbild einer angeblich so selbstbewussten Generation, die sich die besten Jobs auf dem Arbeitsmarkt nur so aussuchen könne, muss dekonstruiert werden. [...]

Zunächst wurde wurde das Bild ja ersteinmal konstruiert. Mythen entstehen und bleiben am Leben, wenn sie gebraucht und gut gepflegt werden. Mit den medialen Möglichkeiten von heute kann man Mythen auch einfacher eigenbedarfsgerecht konstruieren. Wer also pflegt und braucht den Mythos von der anspruchsvollen Generation Y? Wem im Arbeitsmarkt dient es, einer Generation Y Wünsche zuzuschreiben, die sie gar nicht hat? Vielleicht ist das der Trick: Den bedauernswerten jungen Leuten wird gleich beim Eintritt in das Berufsleben eingeimpft, was sie arbeitsmarktgerecht zu wünschen haben. Das ist aber nur begrenzt schlau. Ich bin gespannt, was sich da bei der Generation Y an subversivem Widerstand und Zynismus entwickeln wird.

Podcast: Belastung am Arbeitsplatz

Mittwoch, 29. Oktober 2014 - 06:25

http://www.ardmediathek.de/radio/Sprechstunde-Deutschlandfunk/Psychische-Belastung-am-Arbeitsplatz/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?documentId=24352458&bcastId=21554740

Arbeitsbedingungen – Psychische Belastung am Arbeitsplatz

28.10.2014 | 44:35 Min. | Quelle: Deutschlandfunk

In den vergangenen Jahren leiden immer mehr Arbeitnehmer unter psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Dies äußert sich gerade in Stress-Situationen, bei denen auch gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen können. Wie können sich Arbeitnehmer vor solchen Belastungen schützen? www.deutschlandfunk.de, Sprechstunde Direkter Link zur Audiodatei http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/10/28/dlf_20141028_1010_d464acfb.mp3 [41 MiB]

 
http://www.deutschlandfunk.de/arbeitsbedingungen-psychische-belastung-am-arbeitsplatz.709.de.html?dram:article_id=301495

Prof. Dr. med. Peter Angerer, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin, Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Peter Angerer hat die Möglichkeiten eines guten Arbeitsschutzes und eines guten Betriebsrates, an den sich Mitarbeiter wenden könnten, nicht auf dem Radar. Mittlerweile habe ich allerdings das Gefühl, dass es in vielen Betrieben weder gute Arbeitsschützer noch gute Betriebsräte gibt, die mit dem Thema der psychischen Belastungen umgehen können.

CSR: Schickliche Form des Eigennutzes

Dienstag, 21. Oktober 2014 - 21:42

Es geht um die so genannte Corperate Social Responsibility (CSR). Das ist der EU Kommission (2011) zufolge “die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkung auf die Gesellschaft”. Bei der Werbung mit sozialer Verantwortung wird allerdings gerne übertrieben. Es ist den CSR-Leuten auch irgendwie peinlich, sich nicht in erster Linie von wirtschaftlichen Interessen leiten zu lassen. Wer möchte schon ein gutmenschliches Weichei sein?

https://www.ihk-nuernberg.de/de/media/PDF/Wir-ueber-uns/bericht-der-veranstaltung-gesellschaftliche-verantwortung-in-der-betriebswirtsc.pdf (Dateidatum: 2013-11-27)

CSR: Einfach nur gutes Management

Tagung „CSR in der Betriebswirtschaft“ in der Wirtschaftskammer Salzburg in
Kooperation mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken

[...] neueste Ansätze von CSR – und diese zielen auf die möglichst tiefe Integration von „Verantwortung“ in die betrieblichen Steuerungsinstrumente und in die Innovationspolitik der Unternehmen. Der „moralische Zeigefinger“ war gestern. „Noch immer herrscht zwar eine gewisse moralische Appellitis vor. Es kann und wird aber ein Beitrag der Betriebswirtschaftslehre sein, vor allem zu zeigen, welche Wettbewerbsvorteile sich durch CSR ergeben, indem Unternehmen sozial verantwortlich agieren“, umriss Dr. René Schmidpeter, der wissenschaftliche Leiter des Zentrums für humane Marktwirtschaft, den aktuellen CSR-Trend.

[...] Diese „schickliche Form des Eigennutzes“, eine Formulierung von Adam Smith, an die FH-Professor DDr. Hermann Rauchenschwandtner (FH Salzburg) erinnerte, ist vor allem in größeren Unternehmen vom „CSR-Add on“ zu einem selbstverständlichen Teil des Managements geworden. [...]

 
Nichts gegen wirtschaftliches Denken, aber wenn es dominiert (vielleicht noch angeblich im Sinn von Bernard Mandeville und Adam Smith), dann muss ich an diese Veröffentlichung denken:
Björn Frank, Günther G. Schulze: How Tempting is Corruption? More Bad News About Economists (April 1998)
http://www.icgg.org/downloads/contribution03_frank.pdf

Abstract – In this paper, we report on an experiment on corruption which investigates various determinants of corruptibility. We find that economics students are significantly more corrupt than others, which is due to self-selection rather than indoctrination. Moreover, our results vary with gender. Also, agents are no less corrupt if rewarded in addition to, and independently of, a possible bribe. Our experiment isolates the influence of self-interest on cooperation from other influences such as risk attitude and expectations regarding the behavior of others.

Wo wirtschaftlicher Eigennutz die Haubttriebkraft für CSR ist, kann sich dann auch schon einmal die eine oder andere Tatsachenverdrehung in die CSR-Berichterstattung einschleichen. Klappern gehört schließlich zum Handwerk. Die Prüfer von Geschäftsberichten haben es hier nicht leicht.

 
Herrmann Broch, Massenwahntheorie, 1939 bis 1948, 3. Teil, Kapitel 5.8. Totalwirtschaft und Totalversklavung

[...] Das Gehirn des modernen Menschen ist ökonomisch verseucht. [...]