Kategorie 'psybel'

Mobbing und Bossing

Mittwoch, 4. April 2012 - 20:37

2011.01.11
http://politik.pr-gateway.de/wann-liegt-nach-der-rechtsprechung-mobbing-oder-bossing-vor/

Wann liegt nach der Rechtsprechung Mobbing oder Bossing vor?
Ein Fachbeitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Essen und Rechtsanwalt Dr. Attila Fodor, Essen

Psychische Belastung bei der CDU/CSU

Mittwoch, 4. April 2012 - 12:55

Die CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft der CDU/CSU) versucht nun, das Thema des Einbezugs der psychischen Belastungen wieder unter Kontrolle zu bekommen:

http://www.cda-bund.de/uploads/media/Beschluss_Arbeitnehmergruppe_Gesundheit.pdf

Beschluss der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Bundestagsfraktion

Für eine Humanisierung der Arbeitswelt
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz stärken …

… Dabei wird die Konstellation aus überhöhten eigenen Ansprüchen und nachteiligen Anreizstrukturen als besonders problematisch angesehen. …

Dass das etwas Besondere sei, soll in der FAZ (2011-10-07) geschrieben worden sein. Über diese private Beobachtung hinaus ist aber inzwischen klar, dass sich viele Arbeitgeber nicht für die neuen Anforderungen des Arbeitsschutzes begeistern konnten, um das einmal freundlich auszudrücken. Dass die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber für die CSU/CDU nicht besonders erwähnenswert ist, überrascht allerdings nicht. Erst später geht das CDA-Papier an den Kern des Poblems:

… In Deutschland bestehen zahlreiche gesetzliche Regelungen, die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gewährleisten (z. B. Arbeitsschutzgesetz, Arbeitszeitgesetz, Arbeitsstättenverordnung, Bildschirmarbeitsverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Bundesurlaubsgesetz, Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit, Teilzeit- und Befristungsgesetz und Kündigungsschutzgesetz). Flankiert werden diese Gesetze durch Verordnungen für die jeweils spezifischen Bereiche, in denen sie angewandt werden. Konkretisierende Verordnungen für psychische Belastungsfaktoren gibt es derzeit lediglich in der Bildschirmarbeitsverordnung. Bei der Gefährdungsbeurteilung werden psychische Gefährdungen derzeit überwiegend nicht ermittelt. Für angemessene und wirksame Präventionsmaßnahmen bedarf es allerdings einer umfassenden Gefährdungsbeurteilung. …

Das ist richtig, vermittelt aber einen falschen Eindruck. Die Rechtsprechung hat durchaus klargestellt, dass Arbeitgeber psychische Belastungen in den Arbeitsschutz einzubeziehen haben. Dass die Mehrheit das nicht tat, kann spätestens seit etwa 2005 kein Versehen mehr gewesen sein. Vielen Arbeitgebern muss klar gewesen sein, dass sie ihre Ordnungswidrigkeit wissentlich begangen hatten. Einige wehrten sich sogar gegen Betriebsräte, die das Thema aufgriffen.

Im Papier wird nun der Eindruck erweckt, die Arbeitgeber seien bei der Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes überfordert gewesen. Das ist eine Ausrede. Die CDA meint, ihre 22 Forderungen könnten helfen. Darunter diese:


19. Eine konkretisierende Verordnung für psychische Belastungsfaktoren zu erstellen und in ein funktionierendes Arbeitsschutzmanagement zu integrieren, damit bestehende Gesetze (z. B. § 5 Arbeitsschutzgesetz) für Unternehmen verständlicher und besser umsetzbar werden.
20. Sicherzustellen, dass Unternehmen, etwa mittels Anreizsystemen, stärker in die Pflicht genommen werden, in der BGF [Betriebliche Gesundheitsförderung] aktiv zu sein und mit den Sozialversicherungsträgern zu kooperieren.

Es gibt schon genügend viele Betriebe, die gezeigt haben, dass man auch ohne eine sicherlich nicht sehr schnelle Umsetzung der 22 CDA-Forderungen das Arbeitsschutzgesetz gut umsetzen kann. Es ist nicht zu kompliziert, sondern viele Unternehmer mögen das Gesetz einfach nicht. Im aktuellen rechtlichen Umfeld konnten sie die Umsetzung des Gesetzes dann ohne für sie wirklich unangenehme Konsequenzen verweigern. Die Betriebliche Gesundheitsförderung ist in den Betrieben auch schon angekommen. Sie dient gerne auch dazu, den Versuch von Arbeitgebern zu verschleiern, der Verhaltensprävention Vorrang vor der Verhältnisprävention zu geben.

Mit den unter der europäischen Entbürokratisierungsflagge segelnden betrieblichen Vereinbarungen, für die ein einaches Rahmengesetz einen weiten Gestaltungsspielraum geben soll, scheint das nicht so ganz zu klappen, wie sich die Unionsparteien und die Liberalen das vorgestellt haben. Gewünscht war möglicherweise von den Arbeitgebern, dass ihre Gestaltungsspielraum von möglichst wenig konkreten Vorgaben eingeengt wird. Dank des Betriebsverfassungsgesetzes bestimmen die Arbeitnehmervertreter jedoch mit, wie dieser Freiraum ausgefüllt wird: Das Fehlen konkreter Bestimmungen im als Rahmengesetz angelegten Arbeitsschutzgesetz stärkte die Mitbestimmung der Mitarbeiter ganz erheblich. Solange viele Betriebsräte das nicht begriffen, fühlten sich die Arbeitgeber ganz wohl mit dem Rahmengesetz. Aufgeweckte und aufgwachte Betriebs- und Personalräte erreichten dann aber recht gute Lösungen beim Einbezug psychischer Belastungen in den Arbeitsschutz, wenn sie das Thema einmal aufgegriffen hatten. Jetzt merken die Arbeitgeber, was das Fehlen konkreter Vorgaben für die ihnen oft immer noch lästige Mitbestimmung bedeutet. Darum rufen sie nun wohl wieder nach dem Gesetzgeber, dem sie mit entsprechender Lobbyarbeit auch gerne “beraten” möchten.

Wohin die Reise gehen soll, sieht man daran, dass Edmund Stoiber die Bildschirmverarbeitung wieder vereinfachen will. Sie ist in einer Weise konkret, die den Arbeitgebern wohl nicht so liegt.

Wie die CDA, so fordern auch die Gewerkschaften konkretere Verordnungen, aber wahrscheinlich mit unterschiedlichen Vorstellungen. Insbesondere scheint Unternehmern der Vorrang der Verhältnisprävention im Arbeitsschutz ein Dorn im Auge zu sein. Bei der Umsetzung wird genau hingesehen werden müssen, damit die Verordnungen nicht hinter dem zurückbleiben, was gute Betriebsräte erreichen können.

DGB-Index Gute Arbeit 2011

Donnerstag, 29. März 2012 - 06:59

http://www.dgb-index-gute-arbeit.de/downloads/publikationen

Ergebnisse der Repräsentativumfrage 2011

Die Ergebnisse der Repräsentativumfrage 2011 der DGB-Index Gute Arbeit GmbH zum Thema “Arbeitshetze – Arbeitsintensivierung – Entgrenzung” stehen hier zum Download bereit.

Im Verantwortungsbereich des Managements

Mittwoch, 28. März 2012 - 06:41

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/PANORAMA/Fachaerzte-sorgen-sich-um-psychische-Belastung-von-Arbeitnehmern-artikel7946436.php

… Die Ursachen vieler psychischer Belastungen lägen heute ganz überwiegend im Verantwortungsbereich des Managements. “Hier sind die Entscheider mehr denn je gefragt, achtsam zu handeln”, sagte Panter. …

Präsident des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Wolfgang Panter

Gesundheitsschutz im Tarifvertrag

Dienstag, 27. März 2012 - 09:27

https://sozialearbeit.verdi.de/themen/kindertagesstaetten_1/kita-projekt/sachsen

IG Metall will psychische Erkrankungen am
Arbeitsplatz zum Thema machen

Dienstag, 27. März 2012 - 09:23

http://www.seknews.de/2012/03/26/ig-metall-will-psychische-erkrankungen-am-arbeitsplatz-zum-thema-machen/

Burnout Thema bei Günther Jauch

Dienstag, 27. März 2012 - 09:20

2012-03-31: Habe einige Kritiken zu der Sendung gelesen. So schlecht war sie nun auch wieder nicht. Von den Talk-Shows, die ich zu Themen wie Burnout usw. gesehen hatte, war das eigentlich eine der besseren: U.v.d.Leyen sprach den Arbeitsschutz an. Aber Michael Kastner hätte besser in die Gesprächsrunde gehört, als im Publikum sitzen zu müssen.

arte.tv: Die überforderte Gesellschaft

Mittwoch, 21. März 2012 - 17:55

arte, 2012-03-20
http://www.arte.tv/de/6410380,CmC=6409174.html

Zwei Beiträge zum Thema Die überforderte Gesellschaft
http://www.google.de/search?q=arte+”Die+überforderte+Gesellschaft”
Im April werden sie nocheinmal im ZDF gezeigt.
 

 

Verhüten von Fehlbelastungen

Dienstag, 20. März 2012 - 21:58

Andreas Pohlandt, Jochen Heymer und Harald Gruber
InfoMediaVerlag

ISBN 978-3-935116-10-7
2003

Verhüten von Fehlbelastungen durch Arbeits- und Organisationsgestaltung

www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00035/00036/01704/index.html

Methoden zur Indikation vorwiegend psychischer
Berufsbelastung und Beanspruchung

Dienstag, 20. März 2012 - 21:40

Irina Böckelmann und Reingard Seibt
Bereich Arbeitsmedizin, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg;
Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin,
Technische Universität Dresden

Methoden zur Indikation vorwiegend psychischer Berufsbelastung und Beanspruchung - Möglichkeiten für die betriebliche Praxis

2011-03, 18 Seiten

http://www.zfa-online.de/informationen/leser/volltexte/2011/2011_03_volltexte/Beitrag1_zfa_3_2011.pdf

Zusammenfassung

Der zunehmende Anstieg psychischer Belastungen und Beanspruchungen und deren Folgen in der modernen Arbeitswelt erfordert Messverfahren, die in der betriebsärztlichen Praxis eine zuverlässige und praktikable Erfassung von Komponenten dieser Konstrukte ermöglichen. Die Praxis zeigt, dass bisher eine konzeptionell und befundgestützte Prävention und Gesundheitsförderung für Tätigkeitsgruppen mit vorwiegend psychischer Berufsbelastung und eine einheitliche Messmethodik dazu fehlen. Dieser Beitrag soll eine Übersicht über mögliche objektive bzw. subjektive bedingungs- und personenbezogene Instrumente und Indikatoren zur Erfassung und Bewertung psychischer Belastungen und Beanspruchungen vermitteln, aber auch das Bewusstsein für Zusammenhänge zwischen Fehlbeanspruchungen und Ressourcen sowie deren mögliche Folgen sensibilisieren. Zudem soll auf begriffliche Unschärfen und ihre Bedeutung für die Erfassung und Beurteilung psychischer Belastungen und Beanspruchungen aufmerksam gemacht und dem unrefl ektierten Einsatz von Messverfahren vorgebeugt werden.

Praktische Relevanz

Die Ermittlung psychischer Belastungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz und die daraus abgeleitete befundgestützte Prävention und Gesundheitsförderung stärker als bisher in die arbeitsmedizinische Betreuung der Arbeitnehmer integriert werden. Hier müssen die zuständigen Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger Verantwortung tragen. Auch die Forschung verlangt von diesen Institutionen nach Längsschnittstudien, um den Zusammenhang von Fehlbeanspruchungen mit der Entwicklung von Gesundheitsgefahren im zeitlichen Verlauf zuverlässig vorhersagen zu können.